Vita

12.10.1950 geboren in Kassel

Lehren:

1969 Lehre als Plakatmaler und Dekorateur, Neckermann Kassel (abgebrochen)
1970 – 1972 Umschulung zum Technischen Zeichner, Rehaklinik Lippoldsberg

Wissenschaftliche Ausbildung und berufliche Tätigkeiten:

1973 – 1975 Technikerschule und FOS Kassel, Maschinenbau-Techniker
1975 – 1978 Studium Maschinenbau-Konstruktion, BEUTH-Hochschule Berlin, Dipl.-Ing.
1978 – 1982 Studium Physikalische Ingenieurwissenschaften, TU Berlin, Dipl.-Ing.
1982 -1986 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mechanik (IfM), TU Berlin
1986 Promotion zum Dr.-Ing. (Doktorvater o. Prof. Dr.-Ing. Rudolf Trostel), TUB („Berliner Schule“)
1986 – 1992 Assistenz-Professor am IfM, TUB
1989 Habilitation und Privatdozent, TUB
1989 – 1992 Freistellung für Industrietätigkeiten (Krauss-Maffei Wegmann Kassel, BAM Berlin)
1992 – 2016

 

2010 – 2016

Professur für Mechanik, Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS)

Akquisition und Durchführung von 50 Forschungs- und Entwicklungsprojekten

Forschungsprofessur (FRA-UAS) 

2002 Geschäftsführender Direktor Institut für Materialwissenschaften (IfM, FRA-UAS)
2005 Stellv. Geschäftsführer Center of Biomedical Engineering (CBME), Frankfurt/M.
2010 – 2013 Wissenschaftlicher Leiter des interdisziplinären Forschungsschwerpunktes „Präventive Biomechanik (PräBionik)“, Exzellenzforschung des Landes Hessen (LOEWE-Programm)

2012 Gründung des Studienganges „Material- und Produktdesign“ gemeinsam mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach (kooperierende Professoren: Dieter Mankau und Peter Eckart)

 Preise 1997 Innovationspreis des Fördervereins der FRA-UAS, 2008 Vorschlag zum Deutschen Zukunftspreis durch das BMBF (Gebiet: Präventive Biomechanik), 2008 Forschungspreis der Hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (2. Platz)

 

Malerei:

  2013 Paradigmenwechsel: Parallel zur Professur Rückkehr zur Malerei als Autodidakt
  seit 2016 freischaffender Künstler in Wittmund und Bad Harzburg

 

Die im Rahmen des akademischen Werdegangs (1975-2016) im ingenieurwissenschaftlichen Bereich erworbenen Denkstrukturen schlagen sich zunächst in der Gestaltung neuer Theorien auf Basis physikalisch-mathematischer und naturphilosophischer Statements nieder, wobei von Anfang an eine starke Faszination gegenüber der dort verwendeten Formelsprache und Symbolik sowie die Suche nach Ästhetik im Zentrum steht. Dies ist dann der „Nährboden“ für einen in 2012 auf Kunst und Materialtheorie basierenden, gemeinsam mit der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach  gegründeten Studiengang „Material und Produktdesign“ (kooperierende Professoren: Dieter Mankau und Peter Eckart), welcher schließlich die Initialzündung für die Rückkehr zur Kunst darstellt. Im Gemenge dieser intensiven, scheinbar disparaten Impulse und „Gedankenströme“ findet dann –parallel zur Professur– ein Paradigmenwechsel statt, welcher, flankiert durch eine intensive Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte, schließlich in aktive Malerei mündet. Die Aneignung des hierfür erforderlichen Wissens wird bis heute –und hier bilden die erlernten akademischen Denkstrukturen und –fähigkeiten eine conditio sine qua non– quasi in Form eines „Selbststudiums“ durch stetigen Austausch mit anderen Künstlern sowie nicht zuletzt über die Nutzung der in den neuen Medien angebotenen Diskussionen, Interviews, Berichten respektive youtube-Beiträgen bewerkstelligt.

 

Artist Statement:

Seit 2013 entstehen Acrylbilder auf Leinwand aus dem Bereich sozialkritischer Themen, deren Fokus einerseits auf tragischen gesellschaftlichen Ereignissen, andererseits aber auch auf der Faszination epochaler Ereignisse liegt. In beiden Fällen werden Menschengruppen durch äußere Umstände in das Ereignis „hineingezogen“. Beispiele hierfür sind die Serie „Bomb Watchers“, wo Zuschauer in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Atombombenexplosion fast „hautnah“ erleben „dürfen“, oder die Serie „Brot & Spiele“, in welcher jubelnde Menschenmengen einen Raketenstart oder den Auftritt einer Führungsfigur bewundern. Die motivisch, zum Teil existentiellen Ereignisse werden mittels eines solchen Malstils (meistens mittels schwarz-weiß-Tönen) abgebildet, der sich als „Romantisierter kritischer Realismus“ apostrophieren lässt. Damit wird ein Szenario bewusst in eine romantische, träumerische Atmosphäre transformiert, um eine Spannungsüberhöhung zwischen Katastrophe bzw. Hysterie und Ästhetik zu erreichen. Beide Themengruppen leisten aus Sicht der Malerei einen Beitrag zur „Soziologie spontan-kollektiver Identität“, wobei letztlich ausschnitthafte Gesellschaftsportraits entstehen, in denen nicht das jeweilige Ereignis, sondern ausschließlich die Reaktionen der beteiligten Individuen auf dieses dargestellt werden (siehe hierzu auch  das jeweilige Vorwort zu den Katalogen „Gerhard Silber – Malerei 2015 bis 2019“ und „Gerhard Silber – Malerei 2019 bis 2021“ unter der Rubrik „Publikationen“).